Solvenzanforderungen

Solvenzanforderungen

Welchen regulatorischen Herausforderungen muss sich eine Versicherung stellen?

Was sind die regulatorischen Rahmenbedingungen für eine Versicherung?

Zum Schutz der Versicherten vor Insolvenzrisiken der Versicherungsunternehmen erlässt die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) Vorschriften, die von Versicherungsunternehmen einzuhalten sind. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass Versicherungsunternehmen über ausreichende Eigenmittel verfügen müssen, um die Ansprüche der Versicherungsnehmer gewährleisten zu können.

Seit 2011 wird die Kapitalstärke auf Basis des Schweizer Solvenztests (SST) ermittelt, sodass der SST der geltende Solvenzstandard für Schweizer Versicherungsgesellschaften ist. In der EU wird mit der Umsetzung von Solvency II ein ähnlich modernes Solvenzsystem eingeführt, um schliesslich in der Schweiz und der EU den vorgängigen Standard Solvency I abzulösen.

Zur Stärkung des Verbraucherschutzes und Information anderer Stakeholder wie z.B. Investoren werden die Ergebnisse der Solvenz-Berechnungen sowohl in der EU als auch in der Schweiz im Laufe der kommenden Jahre detailliert zu veröffentlichen und zu erläutern sein.

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Michael Messow

arbeitet seit 2007 für die Baloise Group, seit 2012 ist er Leiter des Teams Quantitative Risiko­mo­dellierung.

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Grafik Berechnung der Solvenzkapitalanforderung

Wie wird die Solvenz berechnet?

Für den SST oder auch Solvency II werden die vom Versicherungsunternehmen eingegangenen Risiken bei der Festlegung der notwendigen Eigenmittel berücksichtigt, wobei der SST als ökonomisches Modell auf einer Marktwertbilanz basiert. So muss eine Gesellschaft mit hohen finanziellen oder versicherungstechnischen Risiken auch über entsprechend hohes frei verfügbares Kapital verfügen, um ausreichenden Schutz für den Versicherungsnehmer gewährleisten zu können.

Bei der Ermittlung der Solvenz im Sinne des SST sind schliesslich zwei Grössen kennzeichnend: das risikotragende Kapital und das Zielkapital. Das risikotragende Kapital entspricht dem frei verfügbaren Kapital und berücksichtigt den Marktwert der Verbindlichkeiten sowie der Kapitalanlagen. Das Zielkapital beschreibt die eingegangenen Risiken und entspricht dem Kapitalverlust, den das Versicherungsunternehmen im Falle eines extrem schlechten Jahrs, etwa aufgrund von Naturkatastrophen oder Verwerfungen der Kapitalmärkte, tragen müsste.

Ist das risikotragende Kapital grösser als oder mindestens gleich gross wie das Zielkapital, so steht auch nach Eintreten eines sehr verlustreichen Jahrs noch genügend Kapital zur Verfügung, um alle erwarteten vertraglichen Verpflichtungen gegenüber den Versicherungsnehmern erfüllen zu können. Die SST-Quote bildet das Verhältnis aus risikotragendem Kapital und Zielkapital ab, so dass eine Gesellschaft mit bereits 100 % stark kapitalisiert ist und auch extreme Ereignisse ohne Nachteile für den Versicherungsnehmer überstehen kann.

«Vier Fakten über den Swiss Solvency Test»

Seit 1. Januar 2011 bindend für Schweizer Versicherungsunternehmen. Der Schutz des Versicherungsnehmers hat oberste Priorität für die Aufsicht.

Der SST ist ein ökonomisches Modell mit marktkonsistenter Bewertung der Aktiva und Passiva.

Der SST berücksichtigt Versicherungs-, Kredit- und Finanzmarktrisiken sowie vordefinierte und eigene Szenarien. 100 % bedeutet stark kapitalisiert!

Signet Standard & Poor's
«Standard & Poor’s bewertet die Baloise mit A und stabilen Ausblick. S&P würdigt die sehr starke Kapitalisierung, die hohe operative Ertragskraft und die starke Wettbewerberposition in den ertragsreichen Kernmärkten der Baloise. Zudem bewertet die Rating Agentur das Risikomanagement als stark.»
Grafik Solvenz der Baloise Group

Der SST stellt hohe Kapitalisierungsansprüche an eine Versicherung. Warum kann die Baloise diesen gerecht werden?

Die Baloise hat eine starke Bilanz mit einer soliden Kapitalisierung. So ist die ökonomische ➯ Solvabilität gemäss dem strengen Swiss Solvency Test trotz der aktuell sehr niedrigen Zinsen und der hohen Volatilität der SST-Ergebnisse im grünen Bereich, das heisst über 100 %. Die klassische Solvenz-I-Quote per 31. Dezember 2016 ist mit 351 % sogar eine der höchsten in Europa (B2).

Für das Nichtlebengeschäft spiegelt sich diese starke Position auch im sogenannten Deckungssatz wieder, der seit Jahren stabil auf einem hohen Niveau verläuft (B3/B4). Im Lebengeschäft haben wir in den vergangenen Jahren kontinuierlich die Reserven gestärkt.

Finanziell hochgradig flexibel sind wir zusätzlich dank unserer ausgegebenen Anleihen, die gemäss einem gleichmässigen Muster fällig werden und neu herausgegeben werden. Diese Struktur lässt komfortable langfristige Finanzierungen zu. Ausserdem stehen wir regelmässig im Dialog mit Investmentbanken und dem Kapitalmarkt. Dies hilft bei der Beschaffung von Eigen- und Fremdkapital, falls dieses, zum Beispiel für eine grössere Akquisition, notwendig sein sollte. 

«Vier Fakten zu Solvency II»

Für Versicherungsunternehmen mit Sitz in der EU ist Solvency II ab 1. Januar 2016 verpflichtend. Ebenso wie im SST steht der Schutz der Versicherten und ihrer Forderungen im Vordergrund.

Solvency II verfolgt den Drei-Säulen-Ansatz: quantitative Anforderungen (Säule 1), qualitative Anforderungen (Säule 2) und Berichterstattung (Säule 3).

Wie der SST ist auch Solvency II ein modernes Aufsichtssystem, basierend auf einer marktkonsistenten Bilanz.

Im Rahmen der quantitativen ­Anforderungen werden Versicherungs-, Kredit- und Finanzmarkt- sowie operationelle Risiken be­rücksichtigt.

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Anlagenmanagement

Was zeichnet das Anlagenmanagement einer Versicherung aus?

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Marke

Welche Werte und Leistungen stehen hinter der Marke Baloise?

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Zielkundenmanagement

Wie funktioniert das Zielkundenmanagement der Baloise?

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