Ein kleines Lexikon zu den "drey scheenschte Dääg" | 6. März 2017

Ein Waggis auf dem Waggiswagen

Es ist wieder soweit: in Basel herrscht Ausnahmezustand. Es ist Fasnachtszeit, bzw. wie der Bebbi dazu sagt "die drey scheenste Dääg". Der Baloise Travel Log schafft Ihnen auch im Basler Fasnachts-Tummel Abhilfe und klärt die wichtigsten Begriffe.

Blaggedde

Die "Plakette" steht anstelle des Festabzeichens. Jedes Jahr in einem offenen Wettbewerb von einem Grafiker gestaltet. Dieses Jahr konnte der Grafiker Guido Happle zum zweiten Jahr in Folge die Blaggedde gestalten. Die Plakette zeigt einen Bilderrahmen, aus dem Fasnachtsfiguren heraustreten. Die Figuren sprengen den Rahmen, sie lassen die Alltagsregeln für drei Tage hinter sich und leben ihre Kreativität aus. Das Motto „Mer spränge dr Raame“ bezieht sich aber auch darauf, dass an der Fasnacht kein Blatt vor den Mund genommen wird. Auch hier wird der Rahmen der angepassten Gesellschaft gesprengt. Ausführungen in Kupfer, Silber oder Gold sowie das "Bijou".

Cortège

Offizieller Umzug: Am Montag- und Mittwochnachmittag ab 13:30 Uhr.

Däfeli

Bonbons (werden von den Waggis verteilt).

Glygge

Die "Clique" ist eine Gruppe von Pfeifern und Tambouren, die gemeinsam Fasnacht machen, wobei als Stammclique nur zählt, wer mit einer grösseren Anzahl von Vorträblern, Tambouren und Pfeifern über Jahre teilnimmt. Junge Garde: Nachwuchs, Stamm: im besten Alter, Alte Garde: über 50 mit reduziertem Programm.

Gugge / Guggemuusig

Spielmannszug: nehmen am Morgestraich nicht teil. Haben dafür am Dienstag zwischen 18 und 22h alleinigen Zugang auf den Achsen der Grossbasler Altstadt. 

Larve

Die Larve (im hochdeutschen Sprachgebrauch die eigentliche "Maske")  bedeckt das Gesicht der aktiven Fasnächtler. Diese ist entsprechend dem Sujet (Jahresthema) der Clique kunstvoll angefertigt.

Latärne

Hinterleuchtetes Transparent, i.d.R. ca. 2x5m, welche das Sujet wiedergibt. Am Morgestraich werden zusätzlich kleine "Kopflatärnli" getragen.

Masgge

Bezeichnet im Gegensatz zur hochdeutschen Maske die ganze Fasnachtsfigur (Larve, Kostüm und Beiwerk).

Mählsuppe

Ist zusammen mit Zwiebel- oder Käsewähe (Zibele- und Kääswaie) die traditionelle Fasnachtsspeise.

Räppli

Wehe dem, der fälschlicherweise "Konfetti" sagt! Ursprünglich wurde an der Fasnacht im reichen Basel mit kleinen Münzen (Rappen) geworfen. Mit den Jahren wich man zu bunten Papierschnipsel. Der Name "Räppli" ist jedoch geblieben.

Schnitzelbangg

Die Schnitzelbängg werden von sog. "Bänggler" vorgetragen. Diese sind in einem Singsang vorgetragene Verse, die die Ereignisse des Jahres auf lustige Art und Weise aufnehmen. 

Schyssdrägg-Zygli

Kleine Züge mit Pfeiffern und Trommler, die keiner Clique angehören sondern gemeinsam durch die Gassen ziehen ("Gässle"). Besonders am Dienstagnachmittag und in den Abendstunden ist das Gässle angesagt: Viele Cliquen lösen sich an diesem Tag auf, und die einzelnen Tambouren und Pfeifer stürzen sich in ihr Lieblingskostüm und setzen sich in grosse und kleinste Piccolo- und Trommelformationen oder eben «Schyssdrägg-Zygli» zusammen und ziehen ohne festen Routenplan durch die Gassen der Altstadt. 

Waggis

Der Waggis ist ein Kostüm (Goschdym), die einen Elsässer Tagelöhner in der Arbeitstracht des Elsässer Bauern darstellt. Nicht fehlen dürfen dabei die "Zoggeli" (Holzschuhe). Die Waggis verteilen von Waggis-Wagen aus Süssigkeiten und Orangen. Trägt ein Zuschauer keine Blaggedde, wird unbarmherzig mit Räppli "gestopft". Junge Damen sind dabei ein besonders beliebtes Ziel. Als Trost bekommt frau dafür einen Strauss "Mimösli".

Yschtoh

Aus dem  militärischen Gebrauch: Zuruf, das die Marschbereitschaft erklärt.

Zedel

Zettel mit den satirischen Versen des Schnitzelbanggs, die den Zuhörern ausgehändigt werden. Aber auch Cliquen, Wägeler und Guggen verteilen ihre Zettel.

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