CEO Insights: Jürg Schiltknecht über Unternehmenskultur | 7. November 2017

Gruppe von Mitarbeiter steht zusammen in Besprechung

Wenn man, wie ich derzeit mit meiner Familie, in Hong Kong unterwegs ist, wandelt man gewissermassen zwischen verschiedenen Kulturen; die Grätsche zwischen europäischer und  asiatischer Kultur ist bemerkbar. Aus einer im Vergleich doch eher beschaulich-ruhigen Schweiz oder einem gut organisierten Deutschland (zugegeben, es klingt klischeehaft) in ein wuseliges, lautes, unfassbar vielschichtiges und im ersten Moment chaotisches Hong Kong. Und ich ertappe mich schon dabei, dass ich mich frage: wie kann das eigentlich funktionieren? Fakt ist – es funktioniert.

Kultur bedeutet auch Diversität

Vielleicht funktioniert es gerade deshalb, weil so viele Menschen, Gruppierungen und Unternehmen mit völlig unterschiedlichen kulturellen Hintergründen zusammenwirken, sich aufeinander einlassen, sich respektieren und eher darauf achten, was sie verbindet statt was sie trennt.

Kultur - ein spannendes und faszinierendes Thema jedenfalls. Und eigentlich muss ich gar nicht so weit reisen, um das zu erkennen. Die Baloise hat auch nicht nur eine Kultur. Flamen sind nicht wie Wallonen, Hanseaten ticken anders als Hessen und Basler anders als Zürcher. Und zwischen den Ländern sind die Unterschiede sicher nicht nur auf die anders gepolten Steckdosen beschränkt.

Eigeninitiative - über die Ländergrenzen hinweg

Das hindert uns nicht daran, gemeinsam und länderübergreifend als Gruppe zu agieren. In vielen Bereichen arbeiten wir bereits zusammen und profitieren voneinander. Das bezieht sich nicht nur auf rein unternehmerische und ökonomische Aktivitäten. Auch Unternehmenskultur-bezogene Themen und Initiativen verbreiten sich über die Grenzen der strategischen Geschäftseinheiten. Die allermeisten Ideen funktionieren in Luxemburg genauso gut wie in Deutschland, in Belgien oder in der Schweiz. In der Baloise laufen momentan zahlreiche Initiativen. Die meisten entstehen auch "bottom up", werden also von Mitarbeitenden initiiert und selbstständig durchgeführt. Die Mitarbeitenden tauschen sich ganz selbstverständlich länderübergreifend aus, teilen gute Ideen und helfen einander. Es macht mir grosse Freude, dies zu sehen.

Unternehmenskultur ist auch Chefsache

Ich bin der festen Überzeugung, dass wir gerade als Führungskräfte diese Unternehmenskultur-bezogenen Initiativen und Aktivitäten mit voller Kraft und von ganzem Herzen unterstützen und uns einbringen müssen. In den Entwicklungsdialogen, die alle Mitarbeitenden in Deutschland mit ihren Führungskräften auf freiwilliger Basis führen können, geht es auch, aber eben nicht nur, um traditionelle technische Ausbildung oder Fachseminare. Daneben geht es um Verhalten, also nicht nur um das das "Was", sondern auch um das "Wie".  

Denn gerade die Vorbildfunktion der Führungskräfte ist auf allen Ebenen grundlegend wichtig; dies nicht zuletzt für die Führungskraft selbst, für deren Akzeptanz und für einen erfolgreichen Kulturwandel. Ein einfach zu merkender Spruch, den ich mir zum Anspruch an mich selbst gemacht habe: "Walk the talk", also "tue was Du sagst". Denn nur so ist man glaubwürdig.

Ich habe übrigens selbst auch einen Entwicklungsdialog mit Gert, unserem Group CEO, gehabt und mir Rückmeldung von meinen direct reports in Deutschland geben lassen. Und ich kann sagen, dass beides extrem hilfreich für mich war. Ohne ins Detail gehen zu wollen – eine meiner Erkenntnisse war, dass ich bei manchen Dingen ruhiger werden möchte.

In Hong Kong sicher kein ganz triviales Unterfangen.

Portrait Jürg Schiltknecht

Jürg Schiltknecht

Jürg Schiltknecht (1971, Schweiz) doktorierte an der Universität Basel in Rechtswissenschaften und hat einen Master of Business Administration der Manchester Business School. Er kam 2009 als stellvertretender Leiter Corporate Development zur Baloise Group, wo er per April 2012 das Regional Management für Deutschland, Österreich und Osteuropa übernahm. Anfang 2013 wurde er in den Vorstand der Basler Versicherungen Deutschland als Leiter Finanzen und Kapitalanlagen berufen. Seit 1. Mai 2015 ist er Vorstandsvorsitzender der Basler in Deutschland.

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