Karin Keller-Sutter über das politische Engagement | 27. November 2017

Portrait Karin Keller-Sutter

Baloise-Verwaltungsrätin Karin Keller Sutter wurde heute  zur Präsidentin des Ständerats gewählt. Ihre Karriere als Politikerin startete sie vor 25 Jahren in Wil, wo sie acht Jahre lang als Gemeinderätin amtierte. Damit startete sie ihre politische Miliztätigkeit wie so manche Schweizer Politiker auf Gemeindeebene. Später wurde sie Kantonsrätin und Regierungsrätin und seit 2011 ist  sie Ständerätin (SG).

Karin Keller-Sutter, nach 25 Jahren politischer Karriere wurden Sie heute zur Präsidentin des Ständerates gewählt. Ist Ihre Motivation, sich im politischen Milizsystem zu engagieren dieselbe, wie vor 25 Jahren im Gemeinderat?

Ja, das ist sie. Natürlich hat sich vieles verändert. Ich hätte mir vor 25 Jahren nicht erträumen können, dass ich dereinst auf Bundesebene politisiere. Das Engagement im Gemeinderat war ja auch in viel kleinerem Rahmen als jenes auf kantonaler oder eben wie jetzt auf Bundesebene. Ich war damals stark auf meinen Beruf konzentriert. Politik war aber schon zu jener Zeit eine grosse Leidenschaft für mich.

Ihre politische Laufbahn hat einen roten Faden. Sie haben praktisch alle Stufen auf Gemeinde-, Kanton- und Bundesebene erlebt. Wo liegen die Unterschiede?

Ja, das ist so. Ich war Gemeinderätin, Kantonsrätin, Regierungsrätin und jetzt Ständerätin. Die verschiedenen Ämter haben mir einen tiefen Einblick in das Schweizer Staatswesen gegeben. Ich finde, dass jede Stufe ihren Reiz hat. Die Fragen auf Gemeindeebene sind sehr praxisorientiert. Da geht es beispielsweise um die Abwasseranlage oder die Umgestaltung des Friedhofs. Die Themen in einem Kantonsrat werden dann schon etwas abstrakter. Konkret und sehr handlungsorientiert war die Regierungsarbeit und die Arbeit im Ständerat hat zunehmend eine internationale Dimension.

Die Anfeindungen und die Anspruchshaltung in der Bevölkerung nehmen zu. Viele schreckt dies ab, auch auf Gemeindeeben politisch aktiv zu sein. Wie motivieren Sie Menschen dazu, sich im einzigartigen Schweizer Milizsystem zu engagieren?

Diese Entwicklungen beschäftigen mich auch. Es ist in der Tat so, dass viele geeignete Menschen sich nicht mehr zur Verfügung stellen, weil sie einfach finden, sie wollen sich das nicht antun. Ich werde von Freunden auch oft gefragt, wie ich das aushalte. Und trotzdem: die Mitgestaltung unseres Staatswesens erachte ich in unserem direktdemokratischen System nicht nur als eine Bereicherung, sondern auch als eine Verpflichtung. Überdies ist es für die Qualität der politischen Entscheide unabdingbar, dass die praktische Berufserfahrung in die Politik miteinfliesst. Politik darf nicht eine gefühlte Realität abbilden, sondern muss der Berufs- und Lebenserfahrung der Menschen entsprechen. Dann sind Lösungen auch mehrheitsfähig.

Ein Jahr lang wird Karin-Keller Sutter nun dem Ständerat vorstehen. Ihre Arbeit versteht Sie dabei auch durchaus international. Da sie gleichzeitig die EFTA-Delegation präsidiert, erhofft sie sich für die Delegation über ihr Ständeratspräsidium einen hochrangigen Zugang in jenen Staaten, mit denen die Schweiz Freihandelsverträge verhandelt.

Wir wünschen unserer Verwaltungsrätin im Präsidialjahr alles Gute.

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