Rasche Hilfe nach Vollbrand bei der Kerzenfabrik Lienert in Einsiedeln | 8. November 2016

Der 23. Mai 2016 ist laut Firmeninhaber Otmar Lienert "der schwärzeste Tag in der Geschichte der Kerzenfabrik." Schwärzer noch als die Rauchschwaden, die über Einsiedeln waberten, schwärzer als das Innere der Produktionshalle, in der die Feuerhölle ihren Anfang nahm. Tonnenweise, stundenlang taten Kerzenwachs und Dochte, wofür sie per Definition hergestellt wurden. Die Brandursache ist noch unbekannt.

Flüssiges Inferno

Kilian Ochsner, Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Einsiedeln, bezeichnete die Brandbekämpfung als "sehr schwierig. Wir waren wenige Minuten nach dem Alarm vor Ort und stellten sicher, dass sich niemand mehr im Gebäude befand. Schon da entwickelte das Paraffin extrem viel dichten Rauch." Die Atemschutztrupps, die sich vor allem auf die Rettung der Büroräumlichkeiten konzentrierten, kämpften mit der rutschigen Paraffinschicht am Boden. "Ausserdem speichert Wachs sehr viel Hitze. Deshalb mussten wir über 3000 Liter Schaummittel einsetzen, um die Brände zu ersticken", sagt der Kommandant. Das Schaummittel wird dem Löschwasser beigemischt und macht rund zwei Prozent der gesamten Löschwassermenge aus. "Insgesamt als sehr anspruchsvoll" schätzte Kilian Ochsner den Einsatz für seine Feuerwehrleute im Gebäude ein.

Nach dem Löschen lag der Familienbetrieb in vierter Generation unter einer 30 Zentimeter dicken Wachsschicht, schwer gezeichnet vom Inferno. Familie Lienert war konsterniert, fassungslos, leer.

Standhaft trotz Betriebsunterbruch

Direkt nach dem Brand konnte Otmar Lienert seine Mitarbeitenden bei den Aufräumarbeiten einspannen. Die Betriebsunterbruchversicherung der Basler zahlte dabei die Löhne unverändert weiter, so verlor niemand seine Stelle. "Ich habe bereits am Tag des Brandes wieder Mut geschöpft und gesagt: Wir machen weiter", sagt Otmar Lienert am provisorischen Ersatzstandort. Er steht zwischen Bergen von Kerzenschachteln. Die Produktion ist improvisiert und erfordert viel Handarbeit, deshalb müssen alle Angestellten anpacken. "Ich schätze, dass wir mit der jetzigen Produktion rund sieben bis acht Prozent unter Vorjahr liegen", sagt Inhaber Otmar Lienert. "Aber: Ohne die rasche, unbürokratische Hilfe der Basler hätte ich meine Mitarbeitenden nicht weiterbeschäftigen können." Auch jetzt zahlt die Baloise während des "Notbetriebs" die nicht gedeckten Fixkosten und entgangene Einkünfte.

Schon seit längerem treffen die von der Basler finanzierten Maschinen ein, eine nach der anderen. Bald folgt eine Heizanlage zum Verflüssigen von Wachs, Mitte Dezember kommen zwei weitere. Dann ist vorerst Schluss, grössere Maschinen können erst eingebaut werden, wenn das neue Fabrikgebäude am bisherigen Standort steht.

Grösste Sorge Gebäude

"Das ist momentan meine grösste Sorge: Wann und wie wird die Halle am ursprünglichen Ort wieder aufgebaut?", fragt Otmar Lienert mit gerunzelter Stirn. "Nach jetzigem Stand können die Bauarbeiten für das neue Gebäude nächsten Frühling beginnen", sagt Erich Widmer. Das würde heissen, dass ab September 2017 die Produktion am alten Standort anläuft– pünktlich zum Weihnachtsgeschäft. Die lange Branddauer erforderte detaillierte Abklärungen, ob der Beton auch nach der Hitze das Gebäude tragen kann. Nun steht fest: Das bestehende Gebäude wird saniert.

"Wir sprechen hier von einem Gebäude- und Sachschaden in einstelliger Millionenhöhe", sagt Schadeninspektor Erich Widmer. Voraussichtlich produziert die 1828 gegründete Kerzenfabrik nächstes Jahr in neuen Hallen, ohne in ihrer schwersten Stunde einem ihrer 25 Mitarbeitenden gekündigt zu haben. Dies dank des Tatendrangs der Familie Lienert, und dank ihres Partners Baloise, die in der Not das Weiterführen des Betriebs ermöglichte und rasche Hilfe vom Fach leistete.

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