CEO Insights: Zurück aus der Zukunft – mit Gepäck! | 25. Juli 2017

Anfangs Sommer  verbrachte ich einige Weiterbildungstage in der San Francisco Bay. Diese Tage öffneten mir wahrlich die Augen bezüglich vieler Punkte, die unsere Branche beschäftigen. Es war vor allem die unternehmerische Energie in Silicon Valley, ihre Risikokultur sowie die Art, mit sogenanntem "Versagen" umzugehen, die es mir angetan haben. Als wäre ich in ein Hochgeschwindigkeitszug gestiegen und wäre jetzt wieder in einen traditionellen Zug umgestiegen. Zurück im "traditionellen Zug", nehme ich dennoch auf meiner Weiterreise folgende drei Key-Learnings mit:

1. Schau Dir von den besten was ab

Die Entwicklungen der Neuzeit beweisen uns, dass es die disruptiven Ideen und Erfindungen waren, die ein ganzes System auf den Kopf zu stellen vermochten. Daran wird man in Silicon Valley ständig erinnert – oder wären wir mit der stetigen Verbesserung des Kerzenwachs zur Glühbirne gekommen? Nun können wir als beständiges Versicherungsunternehmen nicht wieder zum unbeschwerten Start-up werden. Was wir aber können, ist den ganzen FinTech und InsurTech Start-ups über die Schultern zu schauen und von ihnen lernen. Sie sind es schlussendlich, die uns mit neuen Blickwinkeln und Ansätzen den Spiegel vor die Nase halten. Das bedeutet andererseits für uns, die Komfortzone zu verlassen, Altbewährtes auch mal über Bord zu werfen und Neues ausprobieren.

2. Sei mutig

Etwas, was ich in Silicon Valley ständig gehört habe, ist, dass es auf eins darauf kommt: mutig sein! Als Start-up musst Du zu 1000% überzeugt sein, dass Deine Idee zehnmal besser, schneller, günstiger als das bereits am Markt existierende ist bzw. dass Deine Idee den bestehenden Markt sogar auf den Kopf stellen wird. Start-ups stellen auf der Suche nach Investoren ihre Ideen fünfzig, achtzig, ja sogar hundert Mal vor. Mit jedem Mal feilst Du ein bisschen mehr an Deiner Präsentation, verbesserst Deine Verkaufsargumente. In dieser Hinsicht stehen wir uns mit unserer schweizerischen Bescheidenheit etwas auf den Füssen rum. Wir brüten so lange an einer Lösung, bis wir sie für perfekt halten, vorher zeigen wir es der Welt  erst gar nicht. In Silicon Valley ist man der Überzeugung, dass die erfolgreichsten Firmen nicht die "Perfekten" waren, sondern jene, die sich überzeugend verkauft haben. Mach das, was Du tust mit Überzeugung und weil Du daran glaubst. Spring ins kalte Wasser, auch wenn es niemand anderes tut - oder eben gerade deswegen!

3. Hol Dir eine fremde Meinung ein

Eine andere Geschichte, die man in Silicon Valley öfters hört, ist, dass man in eine x-beliebige Bar reinlaufen kann und sich mit anderen Unternehmern über das eigene Vorhaben austauschen kann. Oft läuft man dann mit einer konkreteren Vorstellung und neuen Lösungsansätzen raus. In einer sich rasch ändernden Welt ist es zentral, nicht im stillen Kämmerlein an einer Idee zu brüten sondern sich mit anderen damit auseinanderzusetzen. Durch Netzwerke kann man unglaublich wichtige Informationen darüber gewinnen, was sonst in der Hinsicht läuft. Das heisst: herausspüren, ob man sich auf der Zielgerade befindet oder noch gewisse Anpassungen nötig sind. Der Blick über die eigene Nasenspitze lohnt sich auch in diesem Fall unbedingt!

Nach diesen inspirierenden Tagen in Silicon Valley freue ich mich auf die Umsetzung vieler Ansätze, die ich kennenlernen durfte. Schon bald soll in Liechtenstein ein erster Pilot starten, dem ich gespannt entgegenschaue!

 

Über die Verfasserin

Angela Matthes ist seit 2013 CEO der Baloise Life Liechtenstein. Die Baloise Life Liechtenstein AG ist eine Tochtergesellschaft der Baloise Group und bietet moderne und sichere Lebensversicherungen an, die sich durch flexible Lösungen auszeichnen.

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